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Sonntag, 8. Februar 2009

vaticanum II

das zweite vaticanum ist quasi die ankunft der katholischen kirche in der modernen welt und in der demokratie. es war der wichtige schritt hin zur versöhnung der amtskirche und letztlich damit auch dem kirchenvolk mit einer aufgeklärten und freien gesellschaft.

die aussöhnung zwischen spö und katholischer kirche in österreich, besiegelt durch bruno kreisky und franz könig ist letztliche eine folge des konzils.

zu den errungenschaften des konzils gehört auch der beginn der auseinandersetzung der katholischen kirche mit dem eigenen antijudaismus - letztlich eine der basen des modernen antisemitismus.

es wundert nicht, dass der anti-konziliare bischof williamson drch die leugnung der shoa auffällt. lehnt doch seine ultrakonservative piusbruderschaft das vaticanum zur gänze ab. dazu gehört auch die ablehnung der menschenrechte, wie williamson jüngst in einem spiegel- interview bekannte.

besorgniserregend ist, dass die kurie diese tendenzen (wieder) toleriert, wenn nicht sogar durch die aufhebung der tatstrafe der exkommunikation rehabilitiert.

für das "abendland" mag dies doch eine wichtige erkenntnis sein, das "unser" religiöser fanatismus, so lange nicht her ist und immer noch vorhanden ist. in den äußerungen des neuen linzer weihbischofes sogar fröhliche urstände feiert.

Dienstag, 8. Mai 2007

ewiger ruhm den helden!

wenn die ewiggestrigen heute wieder ihr totengedenken abhalten und mit ihrer sprache die opfer verhöhnen, dann ist es zeit zeichen zu setzen und den 8. mai als tag der befreiung vom nationalsozialismus zu begehen.

für mich ist nach wie vor gültig, was richard v. weizsäcker 1985 vor dem deutschen bundestag gesagt hat: "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte.
Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen."

seine rede ist nach wie vor gültig und ich würde mir vom österreichischen bundespräsidenten ähnliches wünschen.

zum gedenken und feiern der befreiung gehört der dank an diejenigen, die dies taten. es waren die alliierten, die uns vom nationalsozialismus befreiten.

bei aller berechtigten kritik an deren politik damals wie heute gebührt ihnen deshalb dank. deshalb hier ihre hymnen:









den tag der befreiung zu gedenken, heißt auch der opfer nazi-deutschlands zu gedenken. israel ist nicht nur aber ganz erheblich der staat der opfer des nationalsozialismus. deshalb an dieser stelle auch die hatikva.

Sonntag, 6. Mai 2007

Niemals vergessen!

Gegenwart und Zukunft gestalten kann nur, wer seine Vergangenheit kennt. Mit ein Grund weswegen ich das Studium der Geschichtswissenschaft betrieben hatte. Es ist auch der wesntlichste Impetus gewesen, mich politisch zu engagieren: Nicht zu vergessen und dafür zu arbeiten, dass sich die Nationalsozialismus, Faschismus und Shoa niemals wiederholen können!

Deswegen reagiere ich allergisch auf Rufe nach "Schlußstrichen", auf Relativismus und den Versuch der "Historisierung".

Wenn ich kann, besuche ich die Befreiungsfeiern in der Gedenkstätte ehemaliges KZ Mauthausen.

Das erste Mal bei einer Befreiungsfeier, war ich leicht pikiert gewesen, über die Horden von Menschen, die fröhlich schwatzend, Eis und Würstel in der Sonne verzehrt hatten. Ein ehemaliges KZ ist für mich nicht Disneyland und nicht entrückte Geschichte. Kurz, ich hatt dies für pietätlos gegenüber den Opfern, gegenüber der Situation in den Lagern gehalten.

Nach der heutigen Befreiungsfeier sehe ich das zumindest etwas differenzierter. Die Massen an jungen Menschen, nicht nur meiner Generation, war beeindruckend. Besonders schön fand ich bei der riesigen Delegation aus Italien, dass zu Beginn jeder vertretenen Kommune aus Italien meist eine Gruppe Überlebender mit der Fahne des lokalen Mauthausenkommitees umringt von Jugendlichen voranschritt.

Das bedeutet, dass das Leid der Opfer nicht vergessen ist. Gleichzeitig ist es nicht nur legitim, sondern normal, dass die nachwachsenden Generationen ihren eigenen Zugang entwickeln. Und ist es nicht ein Zeichen des Sieges des Lebens, wenn Fröhlichkeit sich trotz aller bewußter Trauer Bahn bricht?

Ein Eis werde ich mir in einem KZ nie kaufen können und der Kloß in meinem Hals wird ebenso wie die Tränen in den Augen bleiben.

Die heurige Gedenkrede des Schriftstellers Michael Köhlmeier war richtig, bewegend und hat sehr zum Nachdenken angeregt. Sein Thema war die Sicht auf die Opfer und die Bewältigung mit Sprache, die uns so unendlich schwer fällt. Noch habe ich die Rede nicht digital gefunden, deswegen hier ein Link zum ORF mit einem Teil der Rede als Audio-Datei.

Köhlmeiers Schlußsatz hat mich, den Deutschen und Nachgeborenen, tief beeindruckt: "Und wenn sich einer für jedes Wort schämen muss, so stehen ihm doch wieder nur Worte zur Verfügung, wenn er um Verzeihung bitten will."