Sonntag, 8. November 2009
Mittwoch, 4. November 2009
Donnerstag, 24. September 2009
Der Kleine Unterschied
Auf der gestrigen Plenartagung der Vereinten Nationen in New York tat sich der iranische Präsident und Wahlfälscher Mahmud Ahmadinedschad einmal mehr mit antisemitischen Hasstiraden hervor.
Das veranlasste zumindest einen Großteil der anwesenden Diplomaten auch aus Mitgliedsländern der EU (darunter Deutschland, Frankreich und Ungarn), den Saal aus Protest zu verlassen.
Doch wer blieb im Saal? Die österreichische Delegation. Noch Fragen?
Das veranlasste zumindest einen Großteil der anwesenden Diplomaten auch aus Mitgliedsländern der EU (darunter Deutschland, Frankreich und Ungarn), den Saal aus Protest zu verlassen.
Doch wer blieb im Saal? Die österreichische Delegation. Noch Fragen?
Dienstag, 15. September 2009
Zurückgeblieben
Werden in Österreich sinnvolle Versuche unternommen, das heimische Bildungswesen zu reformieren und an die Gegebenheiten der modernen, demokratischen und aufgeklärten Bildungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts anzupassen, so ist eines gewiss: Der mächtige Chef der Beamten- und LehrerInnengewerkschaft und zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer lässt sein dröhnendes Njet erschallen.
Zum jüngsten Vorschlag der Bildungsministerin, das erzwungene Wiederholen einer Klassenstufe abzuschaffen kommt reflexhafte, altbekannte Argumentation. Das diese mitnichten durch wissenschaftliche Belege untermauert ist, verwundert längst nicht mehr. Dass jedoch Neugebauer allen ernstes davon spricht, dass das Wiederholen und Sitzenbleiben für "retadierte" Schülerinnen und Schüler ein Segen ist, erschüttert dann doch.
Offensichtlich sind an dem ehemaligen Volksschullehrer vierzig Jahre bildungswissenschaftliche Entwicklung komplett spurlos vorbeigegangen. Dass Schülerinnen und Schüler ein ohnehin fragwürdiges Klassenziel nicht erreichen, hat sicher nichts mit einem Grad von "Zurückgeblieben" zu tun, sondern in der Regel mit dem Unvermögen des längst überholten dreigliedrigen Schulsystems auf unterschiedliche Lernbedürfnisse und Lernverhalten einzugehen.
Man ist geneigt Neugebauer die Lektüre von Hartmut von Hentig an's Herz zu legen. Doch vermutlich weiß er damit wenig anzufangen, den zurückgeblieben ist nur er.
Zum jüngsten Vorschlag der Bildungsministerin, das erzwungene Wiederholen einer Klassenstufe abzuschaffen kommt reflexhafte, altbekannte Argumentation. Das diese mitnichten durch wissenschaftliche Belege untermauert ist, verwundert längst nicht mehr. Dass jedoch Neugebauer allen ernstes davon spricht, dass das Wiederholen und Sitzenbleiben für "retadierte" Schülerinnen und Schüler ein Segen ist, erschüttert dann doch.
Offensichtlich sind an dem ehemaligen Volksschullehrer vierzig Jahre bildungswissenschaftliche Entwicklung komplett spurlos vorbeigegangen. Dass Schülerinnen und Schüler ein ohnehin fragwürdiges Klassenziel nicht erreichen, hat sicher nichts mit einem Grad von "Zurückgeblieben" zu tun, sondern in der Regel mit dem Unvermögen des längst überholten dreigliedrigen Schulsystems auf unterschiedliche Lernbedürfnisse und Lernverhalten einzugehen.
Man ist geneigt Neugebauer die Lektüre von Hartmut von Hentig an's Herz zu legen. Doch vermutlich weiß er damit wenig anzufangen, den zurückgeblieben ist nur er.
Sonntag, 1. März 2009
self fullfilling prophecy?
in kärnten gewinnt der landeshauptmann auch noch dazu, der meint, die genfer konvention habe nichts mit dem österreichischen verfassungsrechtsbestand zu tun.
traurig genug, dass das regierungsoffizielle österreich dazu mehr oder weniger geschwiegen hat, bleibt die spö im südlichsten bundesland ganz offensichtlich bei ihrem kuschelkurs. dabei wäre vielleicht aufklärung und offensve gegen die faschistoiden blauen zielführender.
dass mit anbiederung und einladung an die im kern rechtsextrem und faschistoiden freiheitlichen kein staat zu machen ist, zeigen die salzburger wahlergebnisse. landeshauptfrau burgstaller musste ferdern lassen und die blauen haben deutlich dazu gewonnen. vielleicht wäre es besser gewesen die blauen von anfang an auszugrenzen und nicht zu schweigen, wenn auf deren veranstaltungen "heil hitler" rufe ertönen. nicht genug - konnte und kann sich gabi burgstalller ja mit den ewiggestrigen eine koalitionsregierung vorstellen. bei dem wahlergebnis wird sie wohl argumentieren, sie dürfe soviele wähler nicht ausgrenzen in einer demokratie und blab bla bla. möglicherweise wäre es mit einer konsequenteren politik und mehr aufklärung nicht dazu gekommen.
wann machen wir endlich wieder politik?
traurig genug, dass das regierungsoffizielle österreich dazu mehr oder weniger geschwiegen hat, bleibt die spö im südlichsten bundesland ganz offensichtlich bei ihrem kuschelkurs. dabei wäre vielleicht aufklärung und offensve gegen die faschistoiden blauen zielführender.
dass mit anbiederung und einladung an die im kern rechtsextrem und faschistoiden freiheitlichen kein staat zu machen ist, zeigen die salzburger wahlergebnisse. landeshauptfrau burgstaller musste ferdern lassen und die blauen haben deutlich dazu gewonnen. vielleicht wäre es besser gewesen die blauen von anfang an auszugrenzen und nicht zu schweigen, wenn auf deren veranstaltungen "heil hitler" rufe ertönen. nicht genug - konnte und kann sich gabi burgstalller ja mit den ewiggestrigen eine koalitionsregierung vorstellen. bei dem wahlergebnis wird sie wohl argumentieren, sie dürfe soviele wähler nicht ausgrenzen in einer demokratie und blab bla bla. möglicherweise wäre es mit einer konsequenteren politik und mehr aufklärung nicht dazu gekommen.
wann machen wir endlich wieder politik?
Sonntag, 8. Februar 2009
vaticanum II
das zweite vaticanum ist quasi die ankunft der katholischen kirche in der modernen welt und in der demokratie. es war der wichtige schritt hin zur versöhnung der amtskirche und letztlich damit auch dem kirchenvolk mit einer aufgeklärten und freien gesellschaft.
die aussöhnung zwischen spö und katholischer kirche in österreich, besiegelt durch bruno kreisky und franz könig ist letztliche eine folge des konzils.
zu den errungenschaften des konzils gehört auch der beginn der auseinandersetzung der katholischen kirche mit dem eigenen antijudaismus - letztlich eine der basen des modernen antisemitismus.
es wundert nicht, dass der anti-konziliare bischof williamson drch die leugnung der shoa auffällt. lehnt doch seine ultrakonservative piusbruderschaft das vaticanum zur gänze ab. dazu gehört auch die ablehnung der menschenrechte, wie williamson jüngst in einem spiegel- interview bekannte.
besorgniserregend ist, dass die kurie diese tendenzen (wieder) toleriert, wenn nicht sogar durch die aufhebung der tatstrafe der exkommunikation rehabilitiert.
für das "abendland" mag dies doch eine wichtige erkenntnis sein, das "unser" religiöser fanatismus, so lange nicht her ist und immer noch vorhanden ist. in den äußerungen des neuen linzer weihbischofes sogar fröhliche urstände feiert.
die aussöhnung zwischen spö und katholischer kirche in österreich, besiegelt durch bruno kreisky und franz könig ist letztliche eine folge des konzils.
zu den errungenschaften des konzils gehört auch der beginn der auseinandersetzung der katholischen kirche mit dem eigenen antijudaismus - letztlich eine der basen des modernen antisemitismus.
es wundert nicht, dass der anti-konziliare bischof williamson drch die leugnung der shoa auffällt. lehnt doch seine ultrakonservative piusbruderschaft das vaticanum zur gänze ab. dazu gehört auch die ablehnung der menschenrechte, wie williamson jüngst in einem spiegel- interview bekannte.
besorgniserregend ist, dass die kurie diese tendenzen (wieder) toleriert, wenn nicht sogar durch die aufhebung der tatstrafe der exkommunikation rehabilitiert.
für das "abendland" mag dies doch eine wichtige erkenntnis sein, das "unser" religiöser fanatismus, so lange nicht her ist und immer noch vorhanden ist. in den äußerungen des neuen linzer weihbischofes sogar fröhliche urstände feiert.
Samstag, 7. Februar 2009
schlampige verhältnisse
der deutsche papst "teil"rehabilitiert die reaktionären piusbrüder, die vor antisemitismus strotzen und öffentlich die shoa leugnen. in deutschland führt das dazu, dass die kanzlerin persönlich vom heiligen stuhl eine klarstellug fordert. zu recht!
in österreich ist ein schlagender burschenschafter, mit immensen abgrenzungsproblemen gegen rechts dritter nationalratspräsident. und was passiert? fast nichts. er wird gewählt, von nahezu allen parteien, die im nationalrat vertreten sind. er wird auch dann nicht zum rücktritt gezwungen, nachdem bekannt wird, dass seine mitarbeiter bei einem rechtsradikalen, neonazi-verlag shirts und propagandamaterial bestellt haben, das aller wahrscheinlichkeit nach gegen das verbotsgesetz verstösst.
schlampige verhätnisse - diese beschreibung ist ein euphemismus in dem zusammenhang. wollen wird den ungeist und die lüge bekämpfen, müssen wir das mit aller härte tun so wie es faymann im wahlkampf angekündigt hat. ich warte darauf!
in österreich ist ein schlagender burschenschafter, mit immensen abgrenzungsproblemen gegen rechts dritter nationalratspräsident. und was passiert? fast nichts. er wird gewählt, von nahezu allen parteien, die im nationalrat vertreten sind. er wird auch dann nicht zum rücktritt gezwungen, nachdem bekannt wird, dass seine mitarbeiter bei einem rechtsradikalen, neonazi-verlag shirts und propagandamaterial bestellt haben, das aller wahrscheinlichkeit nach gegen das verbotsgesetz verstösst.
schlampige verhätnisse - diese beschreibung ist ein euphemismus in dem zusammenhang. wollen wird den ungeist und die lüge bekämpfen, müssen wir das mit aller härte tun so wie es faymann im wahlkampf angekündigt hat. ich warte darauf!
Mittwoch, 16. April 2008
sprachliches - von schneekatzen
vergangenes wochenende trafen nici und ich im schnee (!) am berg auf ein pistenfahrzeug und die frage nach der bezeichnung und benamsung des monströsen ungetüms und bubentraums (ich hatte so etwas von playmobil) war sofort gestellt: schneekatze oder ratrac?
und vor allem, woher stammen diese bezeichnungen? und wen hätte es gewundert - wikipedia ist deine freundin: schneekatze ist die in deutschland schnell übernommene deutsche übersetzung eines ehemaligen herstellers von pistenfahrzeugen: tuckers snow cat. nur dass das englische snow cat selbst wiederum eine abkürzung für snow caterpillar ist und das wiederum bedeutet pistenraupe. womit sich wieder ein kreis schließt.
ratrac ist eine alte händlerbezeichnung.
nun aber genug vom schnee. ich will frühling, sonne und osterglocken. ach ja, für spargel aus dem marchfeld wärs nun auch mal an der zeit!
Sonntag, 16. März 2008
much ado about nothing

bislang haben mich die inszenierungen des wiener shakespeare zyklus alles andere als entäuscht. so auch am samstag wieder viel lärm um nichts. war ich anfänglich noch skeptisch und hatte schwierigkeiten mich auf diese inszenierung einzulassen - hauptsächlich aufgrund der zuckersüßen verfilmung, deren bilder noch über die imaginäre leinwand flimmerten -, so wuchs meine begeisterung von minute zu minute. wiedereinmal ist es den macherInnen an der burg gelungen, den shakespeare'schen wortwitz durch moderne adptierung gelungen zu erhalten.
insbesondere nicholas ofczarek als don pedro und christiane von poelnitz als beatrice überzeugten durch ihre schauspielerischen leistungen.
es ist mir immer wieder eine freude im burgtheater!
Sonntag, 9. März 2008
Es wird Frühling
Das erste Mal in diesem Jahr war ich heute im Gastgarten eines meiner Lieblingsheurigen in Grinzing in der Sonne. Die Jause nach der leichten Wanderung hatten wir uns wohl verdient, den Wein natürlich auch. Ein deutliches Zeichen, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Nur um ein Konstantin Wecker Lied leicht abzuwandeln. Schön!
Lernen Sie Geschichte, Herr Redakteur!
Warum tut sich die österreichische Politik und die Publizistik so schwer den Austrofaschismus als das anzuerkennen, als das ihn die österreichische Geschichtswissenschaft schon lange beurteilt: Eine faschistische Diktatur, die den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich deutlich schwächte.Gerade die konservative Publizistik und Politik will die historischen Fakten nicht anerkennen und versucht immer wieder eine Ehrenrettung des Totengräbers der ersten Republik, des christ-sozialen Politikers und Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß. Der jüngste Versuch des Chefredakteurs der Presse ist dabei besonders ärgerlich, ist es doch ein Hohn auf seine eigene Intelligenz und die seiner LeserInnen. Der Versuch dabei einer vermeintlichen linken Geschichtsschreibung Mythenbildung zu unterstellen, ist perfide, verkennt die objektiven Tatsachen und ist der Versuch der Umschreibung von Geschichte.
Die Tatsachen sprechen eine deutliche Sprache: Engelbert Dollfuß hat eine Geschäftsordnungskrise des österreichischen Nationalrates dazu genützt, eine Diktatur zu errichten. Er hat die demokratisch gewählten und legitimierten Abgeordneten mit Hilfe der Exekutive gewaltsam daran gehindert, diese Krise auf legalem, demokratischen Weg selbst zu lösen. Er hat die Grund- und Menschenrechte außer Kraft gesetzt und den Verfassungsgerichtshof handlungsunfähig gemacht. Am 1. Mai 1934 at er den austrofaschistischen Ständestaat ausgerufen und eine diktatorische Verfassung oktroyiert.
Das von den Christsozialen etablierte System des Ständestaats war bis in die kleinsten Symbole eine Kopie des deutschen Nationalsozialismus - wenngleich operettenhaft verzerrt und weniger gewalttätig. Eine Diktatur war es allemal. Diejenigen, die Partner im Kampf gegen die Nazis sein hätten können, die Sozialdemokratie wurden ihrerseits verfolgt und zum Teil in Anhaltelagern festgehalten. Die Nazis und ihre SympathisantInnen hat Dollfuß und seine CSP über die Heimwehren partiell und teilweise verdeckt schon früh über Umwege an der Macht beteiligt.
Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet er dann tatsächlich selbst Opfer der NationalsozialistInnen wurde.
Einen Widerstand des Ständestaates gegen Hitler, der außer schönen Worten nennenswert gewesen wäre, gab es nicht. Zur Erinnerung: Justizminister Schuschnigg ließ SozialdemokratInnen standrechtlich erschießen, gegen die Wehrmacht und Hitler hatte er nur ein "Gott schütze Österreich".
Also Herr Redakteur: Lernen Sie Geschichte!
Sonntag, 2. März 2008
12.3.1938 begann im März 1933
Nur weil ich heute im Standard einen guten Artikel von Doron Rabinovici mit dem Titel "Der März 1938 begann im Februar" gelesen habe, doch noch der wohl obligate Beitrag zum Gedenkjahr.Der so genannte Anschluss im Jahr 1938 ist ohne die Vorgeschichte und die Ausschaltung der ersten Demokratie in Österreich durch die Hahnenschwänzler und Christsozialen nicht denkbar. Der austrofaschistische Ständestaat als operettenhafte Kopie des Nationalsozialismus im Äußeren, nicht in seiner antidemokratischen und antiaufklärerischen Grundhaltung schwächte Land und Gesellschaft, ja bereitete die ÖsterreicherInnen nachgerade darauf vor.
Um so schlimmer, dass die ÖVP noch immer auf denjenigen stolz ist, der die Demokratie in Österreich zu Fall brachte: Es war Engelbert Dollfuß. Er führte die Diktatur in Österreich ein, nicht die NSDAP. Sein Porträt hängt noch immer im ÖVP Nationalratsklub.
Wie soll da ein Gedenkjahr gestaltet werden, bei soviel historischer Ignoranz und Uneinsichtigkeit. Oder will die ÖVP an den alten Idealen festhalten? Beides keine rosigen Aussichten.
Donnerstag, 28. Februar 2008
global warming at its best

bislang war ich ja ein wenig entäuscht ob des fortschritts der globalen klimaerwärmung. durchaus ein freund winterlicher freuden wie weißer weihnacht und pulvriger pisten und klarer und kalter wintersonnen-tagen hält diese begeisterung nicht all zu sehr lange an. insofern ist der wunsch nach mediterranem klima in wien durchaus groß.
diese woche hat also meine erwartungen alles andere als enttäuscht. der erste blueberry muffin am theseus tempel im volksgarten in der wärmenden sonne war in vielerlei hinsicht ein wirklich freude spendender genuss.
der heutige abend hat das sich langsam manifestierende frühlingsgefühl jedoch in ungeahnte höhen steigen lassen: lud mich doch meine liebe nachbarin hanna zum ersten bärlauch-pesto pasta essen des heurigen jahres ein, welchen sie aus selbst gepflückten bärlauch am sonntag bereits zu bereitet hatte:
here comes the sun!
Montag, 25. Februar 2008
kein nutzloses wissen
gibt es bei andreas schieders blog. insbesondere seine erfahrungen einer nahostreise sind lesens- und auch sehenswert. genosse schieder hat nämlich auch einen videopodcast.
ich find's gut und finde die diskussionen zu nahost bereichernd.
ich find's gut und finde die diskussionen zu nahost bereichernd.
wissen über wien - das wiener sammelsurium

von einer lieben freundin (danke sigi!) zum geburtstag bekommen erfreut mich dieses sammelsurium außerordentlich. jedenfalls taugt es nicht nur zur allfälligen poserei auf parties, um sich im small talk trittsicher zu bewegen sondern löst doch auch das ein oder andere rätsel des wiener alltags. wer weiß denn noch woher der ausdruck tschick herkommt?
Donnerstag, 10. Mai 2007
leherInnen bloggen
derzeit bringen wir gerade lehrerinnen und lehrern die tools des web 2.0 näher. das ist sehr lustig und ich mutiere gerade etwas zum systemadmin.
die fortschritte lassen sich jedoch sehen und in nur zwanzig minuten haben wir einen nackerten blog ziemlich gefüllt.
Dienstag, 8. Mai 2007
ewiger ruhm den helden!
für mich ist nach wie vor gültig, was richard v. weizsäcker 1985 vor dem deutschen bundestag gesagt hat: "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte.
Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen."
seine rede ist nach wie vor gültig und ich würde mir vom österreichischen bundespräsidenten ähnliches wünschen.
zum gedenken und feiern der befreiung gehört der dank an diejenigen, die dies taten. es waren die alliierten, die uns vom nationalsozialismus befreiten.
bei aller berechtigten kritik an deren politik damals wie heute gebührt ihnen deshalb dank. deshalb hier ihre hymnen:
den tag der befreiung zu gedenken, heißt auch der opfer nazi-deutschlands zu gedenken. israel ist nicht nur aber ganz erheblich der staat der opfer des nationalsozialismus. deshalb an dieser stelle auch die hatikva.
Montag, 7. Mai 2007
Sonntag, 6. Mai 2007
Niemals vergessen!
Deswegen reagiere ich allergisch auf Rufe nach "Schlußstrichen", auf Relativismus und den Versuch der "Historisierung".
Wenn ich kann, besuche ich die Befreiungsfeiern in der Gedenkstätte ehemaliges KZ Mauthausen.
Das erste Mal bei einer Befreiungsfeier, war ich leicht pikiert gewesen, über die Horden von Menschen, die fröhlich schwatzend, Eis und Würstel in der Sonne verzehrt hatten. Ein ehemaliges KZ ist für mich nicht Disneyland und nicht entrückte Geschichte. Kurz, ich hatt dies für pietätlos gegenüber den Opfern, gegenüber der Situation in den Lagern gehalten.
Nach der heutigen Befreiungsfeier sehe ich das zumindest etwas differenzierter. Die Massen an jungen Menschen, nicht nur meiner Generation, war beeindruckend. Besonders schön fand ich bei der riesigen Delegation aus Italien, dass zu Beginn jeder vertretenen Kommune aus Italien meist eine Gruppe Überlebender mit der Fahne des lokalen Mauthausenkommitees umringt von Jugendlichen voranschritt.
Das bedeutet, dass das Leid der Opfer nicht vergessen ist. Gleichzeitig ist es nicht nur legitim, sondern normal, dass die nachwachsenden Generationen ihren eigenen Zugang entwickeln. Und ist es nicht ein Zeichen des Sieges des Lebens, wenn Fröhlichkeit sich trotz aller bewußter Trauer Bahn bricht?
Ein Eis werde ich mir in einem KZ nie kaufen können und der Kloß in meinem Hals wird ebenso wie die Tränen in den Augen bleiben.
Die heurige Gedenkrede des Schriftstellers Michael Köhlmeier war richtig, bewegend und hat sehr zum Nachdenken angeregt. Sein Thema war die Sicht auf die Opfer und die Bewältigung mit Sprache, die uns so unendlich schwer fällt. Noch habe ich die Rede nicht digital gefunden, deswegen hier ein Link zum ORF mit einem Teil der Rede als Audio-Datei.
Köhlmeiers Schlußsatz hat mich, den Deutschen und Nachgeborenen, tief beeindruckt: "Und wenn sich einer für jedes Wort schämen muss, so stehen ihm doch wieder nur Worte zur Verfügung, wenn er um Verzeihung bitten will."
Mittwoch, 2. Mai 2007
Das war der 1. Mai
und siehe da, mir kam es zwar so vor, als seien wir etwas weniger wie im vorjahr, doch die offiziellen zahlen der polizei sprechen eine andere sprache: rund 100.000 waren es wieder einmal. na dann.
gusenbauers rede war ok, wenn auch nicht sonderlich mitreißend. am besten hat mir renate brauner gefallen, da spürt man wenigstens noch etwas herzblut und leidenschaft.
schön und so wie immer war der rest des tages, wenn auch recht frisch. den ersten spritzer und ein würstl am mercato rosso, blue box und picknick mit den freunden im prater. die kinderdichte wird höher und die der schwangeren auch. wie sternfahrerin sagt: fertility island ;-)
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